Basiswissen Rechnungswesen
 


Allocatus -
Verknüpft MS Project mit MS Outlook und Lotus Notes

 

Projektmanagement mit Microsoft Project inkl. Web Access


 

 

Klausur vom 8.7.1996 (Beedgen/Welter)

Datenverarbeitung

keine Hilfsmittel

TEIL A

Aufgabe 1

DV-Anwendungssysteme im Bereich der kommerziellen Datenverarbeitung lassen sich gemäß der folgenden Grafik strukturieren.

(Ergänzen Sie die leeren Felder sinnvoll!)
Lösung
Administrations- und Dispositionsysteme
branchenneutral
Finanz-/Rechnungswesen
Personalwesen
Vertrieb
Bürokommunikation

branchenspezifisch
Fertigung
Handel
Banken

branchenübergreifend
Elektronischer Zahlungsverkehr
EDI-Anwendungen
Elektronische Märkte

entscheidungsunterstützende Systeme
computergestützte Planung
Modellrechnung
Planungssprachen
Simulation

Informationssyteme (IS)
Führungs- IS
Kontroll-IS
Partielle IS

Wissensbasierte Systeme
Expertensysteme

Aufgabe 2

Gegeben seien die folgenden Entity-Sets mit ihren Attributen:

Abteilung (A-Name, A-Leiter, A-Nr.)
Mitarbeiter (M-Name, M-Vorname, Adresse, Geb., M-Nr., A-Nr.)
Projekt (P-Name, P-Leiter, P-Nr., M-Nr.)

Geben Sie für diese Entity-Sets mögliche Kandidatenschlüssel, Primärschlüssel, Sekundärschlüssel und Fremdschlüssel an. Begründen Sie Ihre Antwort.
Lösung
    Entity-Set Abteilung
    Kandidatenschlüssel: A-Nr., A-Name
    Primärschlüssel: A-Nr.
    Sekundärschlüssel: A-Leiter
    Fremdschlüssel: (A-Leiter)

    Entity-Set Mitarbeiter
    Kandidatenschlüssel: M-Nr., M-Name und M-Vorname
    Primärschlüssel: M-Nr.
    Sekundärschlüssel: M-Name
    Fremdschlüssel: A-Nr.

    Entity-Set Projekt
    Kandidatenschlüssel: P-Nr., P-Name
    Primärschlüssel: P-Nr.
    Sekundärschlüssel: P-Leiter
    Fremdschlüssel: M-Nr.

Aufgabe 3

Eine Theateragentur vertreibt Karten für unterschiedliche Theater. Für jede Vorstellung eines Theaters besitzt die Agentur gewisse Kartenkontigente. Potentielle Kunden werden durch Theaterprogramme, die von der Agentur aufgelegt werden, informiert.

Kartenbestellungen werden nur am Schalter der Agentur angenommen. Vierteljährlich rechnet die Agentur mit den Theatern ab.

Identifizieren Sie Entity-Sets, Relationen und Attribute und erstellen Sie ein ER-Diagramm.

Lösung
Entity-Set Agentur
Relationen:
vertreibt Karten für unterschiedliche Theater
rechnet vierteljährlich mit den Theatern ab
verkauft Karten am Schalter an die Kunden
informiert potentielle Kunden mit Theaterprogrammen
Attribute
Entity-Set Theater
Relationen
veranstaltet Vorstellungen (1:n)
verkauft Kartenkontingente an verschiedene Agenturen (n:m)
Attribute
Theaternummer
Theatername

Entity-Set Vorstellung
Relationen
wird veranstaltet vom Theater (1:1)
hat Kartenkontingente (1:n)
Attribute
Vorstellungsnummer
Vorstellungsdatum
Anzahl Kartenkontingente

Entity-Set Kartenkontingent
Relationen
Attribute

Entity-Set Kunden
Relationen
Attribute

Entity-Set potentielle Kunden
Relationen
Attribute

Entity-Set Theaterprogramm
Relationen
Attribute

ER-Diagramm:

TEIL B

Aufgabe 1

Eine der frühen Phasen in der Systementwicklung bildet die Erfassung, Beschreibung und Bewertung des Ist-Zustandes (Ist-Analyse).

a) Um welche Inhalte geht es dabei im einzelnen?
b) Mit welchen Methoden kann man diese erfassen? Welche Methode wird besonders häufig eingesetzt? Aus welchen Gründen?
c) Welche Darstellungstechniken werden eingesetzt? Für welche Inhalte sind sie jeweils geeignet?
Lösung
a) Erfassung und Darstellung der Organisationsstruktur, der Abläufe und Zeiten, des Mengengerüstes (Anzahl Kunden, Vorgänge, Kosten), der Daten (welche? woher? wohin?), der eingesetzten Hilfsmittel (Software, Analysen) und der derzeitigen Kosten. Dieses Schrittes schließt sich sich die Analyse im engeren Sinne an, und zwar dem Erkennen und Bewerten von Problemen (Schwachstellen) von umständlichen Abläufen und Abstimmungsproblemen, die u.U. auch Anlaß für Sofortmaßnahmen sein können.

b) Methoden der Datenerfassung: Unterlagen- u. Dokumentenstudie, schriftliche Befragung und Selbstaufschreiben, Interviews, Beobachtungen

c) Methoden der Datendarstellung: Grafische Darstellung im Datenflußplan, Blasendiagramm und die detaillierteren Formen Programmablaufplan und Struktogramm

Aufgabe 2

Ein wichtiges Ziel des Einsatzes von DV und Telekommunikation ist die Steigerung der Wirtschaftlichkeit.

a) Welche Kostenkategorien sind hierbei zu berücksichtigen? Welche möglichen Risiken sollten zusätzlich bedacht werden?
b) Welche Nutzenkategorien stehen den Kosten gegenüber?
c) Welche Verfahren unterstützen einen Wirtschaftlichkeitsvergleich bzw. eine -prüfung? Wie sind sie angesichts der besonderen Problematik bei DV-Systemen zu beurteilen?
Lösung
a) Personal-, Maschinen-, Netz-, Sach-, und Fremdleistungskosten sowohl als Einmalkosten für die Systementwicklung und als laufende Koste für den Betrieb.

b) direkt (Personalkostenreduzierung, Verringerung der Übertragungskosten), indirekt (schnellere Bearbeitung, Verkürzung der Druchlaufzeiten, geringere Lagerbestände, Verringerung der Kapitalbindung) und nicht monetär erfaßbarer Nutzen (Bessere Entscheidungsgrundlage, gezieltere Steuerung, z.B. des Außendienstes, bessere raum- und zeitunabhängige Abstimmung, schnellere Anpassung an Marktänderungen, verbesserter Service mit höherer Kundenbindung)
Der Anteil der nicht monetär erfaßbaren Nutzenfaktoren nimmt dabei kontinuierlich zu.

c) Dynamische (Kapitalwert-, Zinsfuß- sowie Annuitäten) und statische Investionsrechnungsverfahren (Amortisationsdauerverfahren, Kostenvergleichsrechnung) betrachten nur die monetären Faktoren, im Rahmen einer Nutzenanalyse (Multifaktorenmethode) wird der Nutzwert berechnet, der dann mit den Kosten in Beziehung gesetzt werden kann, um ein aussagekräftigeres Ergebnis zu erzielen. Im Einzelnen werden dabei folgende Schritte ausgeführt:

  • Kriterien festlegen
  • Kriterien gewichten
  • Einschätzen der Alternativen
  • Berechnung des Nutzerwerts (Summe der Erfüllung x Gewicht) pro Alternative
  • Berechnung des Quotienten Nutzwert/Kosten

Des weiteren ist die Beurteilung im Rahmen einer Portfolio-Analyse möglich.

Aufgabe 3

Nicht immer bringen Anwendungen der DV/Telekommunikation den erhofften Erfolg. Oft ist dies darauf zurückzuführen, daß nicht alle relevanten Aspekte bei der Entwicklung berücksichtigt wurden. Welche Aspekte sind aus Ihrer Sicht relevant, welche sollten im Vordergrund stehen?
Lösung
Ablehnung der Benutzer aus den Gründen

Beharrungsvermögen, Unwissenheit und Ängsten (vor Überwachung, Arbeitsplatzverlust)

Maßnahmen zur Akzeptanzsteigerung:

individuelle und kollektive Nutzerbeteiligung
Information früh und umfassend
Schulung
Berücksichtigung von Vorschlägen
Datenschutz
Datensicherheit
Schlechte Ergonomie
Fehler bei der Systementwicklung

Aufgabe 4

In vielen Unternehmen wird heute fast ausschließlich Standard-Software eingesetzt. Welche Vorteile bietet sie den Anwendern? Welche möglichen Nachteile sollte man bedenken? Wie versucht man, einige dieser Nachteile zu vermeiden?
Lösung
Vorteile:
günstig
schnelle Verfügbarkeit
mit wenig DV-Personal einsetzbar
tendenziell weniger Fehler enthalten
bessere Qualität

Nachteile:
nicht alle Anforderungen abdeckbar
hoher Speicherbedarf
Änderungsaufwand hoch
Gefahr der Abhängigkeit
Schnittstellenprobleme

Ziel ist Standardsoftware mit Anpassungsmöglichkeiten, eventuell wird bereits für die eigene Branche angepaßter Software angeboten. Damit alle Anforderungen abgedeckt werden können, sollte sich die Software durch Parametrisierung, Customizing und Individualprogrammierung anpassen lassen. Durch zunehmende Modularisierung und offene Schnittstellen, lassen sich die Pakete inviduell Konfigurieren und die Zusammenarbeit verschiedener Pakete steigt und verringert gleichzeitig die Abhängigkeit von einem Hersteller.

Aufgabe 5

Was versteht man unter Bürokommunikation? Welche Vorteile bietet sie den Betreibern? Skizzieren Sie bitte einen Ansatz, mit dem das "papierlose Büro" doch noch Realität werden kann.
Lösung
Bürokommunikation ist der Austausch von Nachrichten innerhalb des Unternehmens auf Basis von Netzen (Intranets). Die Vorteile sind

Kosteneinsparung (Sach-, Übertragungskosten)
Personalkosteneinsparung (Transport, Erfassung und Archivierung)
Zeitvorteile (kürzere Durchlaufzeiten und bessere Auskünfte an Kunden)

Unter Verwendung der u.g. Programmgruppen läßt bei der innerbetrieblichen Kommunikation weitgehend auf Papier verzichten. Eingehende Papiergebunden Informationen können mit OCR-Software (z.B. Caere Omnipage oder Adobe Acrobat Capture) in elektronische Dokumente umgewandelt werden.

Gruppenterminkalender
E-Mail Nachrichten und Formulare
Gruppen- und Netzwerkdatenbanken
Co-Autoren-Systeme
Telekonferenzen (Online-Chat, E-Mail-Foren, Audio- und Videokonferenzen)
Workflowmanagementsysteme

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